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Jüngste Vereinsjahre waren herausfordernd

Die Mitglieder des neugewählten Vorstands zeigen die zugekauften Raimundsreuter Hinterglasbilder (v.l.): Eva Förtsch (Kassiererin), Christa Köhl (Beirat), Gertraud Mader (2. Vorsitzende und Schriftführerin), Regina Hilgart (Kassenprüferin), Silvia Pichler (Beirat), Josef Gais (Bürgermeister), Josephine Nußhart (Ehrenvorsitzende), Eduard Schmid (Kassenprüfer), Elke Binder (Beirat) und neue 1. Vorsitzende Sigrid Schneider. −Foto: Denk

Schönbrunn am Lusen. Die Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Raimundsreuter Hinterglasbildes e.V. stand ganz im Zeichen der Freude und Dankbarkeit für die gut gelungene Einrichtung des noch jungen Hinterglaseums in Schönbrunn am Lusen.
Die 2. Vorsitzende des Vereins Sigrid Schneider hat die Leitung der Versammlung übernommen und verwies darauf, dass zwei Vereinsjahre abgewickelt werden müssen. Zunächst erinnerte sie an die verstorbenen Vereinsmitglieder und bat die Anwesenden, derer besonders zu gedenken.

Kassiererin Christa Köhl stellte die einzelnen Kassenvorgänge vor, verwies dankbar auf die zahlreichen Spenden, die durch den Verein zweckgebunden eingesetzt wurden, und gab bekannt, dass die wirtschaftliche Lage auch weiterhin gesichert sei. Im Vorfeld hatten Christa Küblböck und Helga Nußhart die Kasse geprüft. Nachdem es keinerlei Beanstandungen gab, wurde auf Antrag von Christa Küblböck dem Vorstand einstimmig die Entlastung erteilt.

Rund 1400 Besucher bis dato im neuen Hinterglaseum

"Die Vereinsjahre 2018/2019 und teilweise auch 2020 stellten eine echte Herausforderung dar – sowohl für den Verein in seiner Gesamtheit wie auch für die Vorsitzende und den Vorstand im Besonderen", sagte Sigrid Schneider. Diese Zeit war geprägt von Sitzungen und zahlreichen Besprechungen, damit der Aufbau eines "Hinterglasmuseums" vorangetrieben werden konnte. So folgten Verzögerungen beim Bau, aber auch die Einschränkungen durch Corona, ehe dann endlich – wenigstens im sehr kleinen Rahmen– im Juni 2020 das Hinterglaseum eröffnet werden konnte.

Dabei handelt es sich um ein kleines, sehr schmuckes, aber interessantes und informatives Museum, welches bis heute – auch unter Beachtung der Schließzeiten wegen Corona – von rund 1400 Menschen besucht wurde.
Nachdem der "Betrieb" des Hinterglaseum durch den Verein organisiert werden muss, haben sich 25 Personen, größtenteils Vereinsmitglieder, bereit erklärt, die Raumbewirtschaftung, sowie die Führungen zu übernehmen. Zusammen mit der Gemeinde Hohenau, die nun auch die Gemeindekanzlei in den Eingangsbereich des Hinterglaseums verlegt hat, werden die Besucher empfangen und entsprechende Fragen beantwortet.
Derzeit, so Sigrid Schneider, werde das sogenannte "pädagogische Konzept" vor allem für Schulklassen entwickelt. Wie bereits seit dem Jahr 2014 nehmen Vertreter des Vereins an den verschiedenen Netzwerktreffen teil, bei denen es um die Hinterglasmalerei geht. So zuletzt in Sandl, Innsbruck und Tschechien. Wie bedeutend die Raimundsreuter Hinterglasmalerei immer noch ist, zeige die Sendung des Bayerischen Fernsehens "Kunst und Krempel" vom Mai 2021, wo ein 300 Jahre alter Raimundsreuter Hausaltar vorgestellt wurde. Die Kunsthistorikerin Alexandra Ulrich hat dieses Kunstwerk begutachtet und auf den Entstehungsort "Raimundsreut" verwiesen.
Gerne hätte der Verein im Juni 2021 das 300-jährige Bestehen des Ortes Raimundsreut gefeiert. Aus den bekannten Gründen war das nicht möglich. Dankbar erwähnte Sigrid Schneider die Berichte über Raimundsreut, die die Heimatzeitung abgedruckt hat – quasi als Ersatz für eine gemeinsame Feier.

Ankauf etlicher neuer Hinterglasbilder

Im Berichtzeitraum konnten eine ganze Anzahl von Raimundsreuter Hinterglasbildern angekauft werden.
Mit den Worten "danke, was hier in Schönbrunn am Lusen geleistet wurde", eröffnete Bürgermeister Josef Gais sein Grußwort. Dabei würdigte er die ganz besonderen Verdienste der Vorsitzenden Josephine Nußhart, die von Anfang an alles getan hat, um die Raimundsreuter Hinterglasmalerei, vor allem vor Ort, wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. "Natürlich hätte sie gerne ein Museum in Raimundsreut gesehen. Ich bin aber dankbar, dass man von dieser Idee abgelassen hat und nun die leerstehenden Räume in der Schule genutzt werden können." Der Bürgermeister erwähnte auch, dass es sein Vorgänger Eduard Schmid und die damalige Gemeinderätin Reserl Stockinger waren, die mit Nachdruck den Bau des Museums im Gemeinderat vorangetrieben haben. Das Hinterglaseum ist gut angelaufen. Es sind weiterhin verschiedene Maßnahmen erforderlich, die das Angebot, die Führungen, aber auch das Umfeld verbessern sollen.

Sigrid Schneider zur neuen Vorsitzenden gewählt

Die Neuwahlen zum Vorstand leiteten Bürgermeister Josef Gais, Altbürgermeister Eduard Schmid und die Schriftführerin Gertraud Mader. Von den derzeit 92 Vereinsmitgliedern waren 24 anwesend. Nachdem die bisherige Vorsitzende Josephine Nußhart aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidieren wollte, wurde ihre bisherige Stellvertreterin, Sigrid Schneider einstimmig zur 1.Vorsitzenden gewählt. Gertraud Mader ist 2. Vorsitzende und führt gleichzeitig das Amt der Schriftführerin aus. Eva Förtsch ist neue Kassiererin. Und im Beirat sind Silvia Pichler, Elke Binder und Christa Köhl vertreten. Die Kasse prüfen Eduard Schmid und Regina Hilgart.
Die neue Vorsitzende Sigrid Schneider bedankte sich beim Wahlausschuss, aber ganz besonders bei den Vereinsmitgliedern, die bereit waren, ein Amt im Vorstand anzunehmen. Ihren Dank richtete sie vor allem auch an Josephine Nußhart sowie die bisherigen Mitglieder des Vorstands, Ludwig Riedl, Anna Seidl, Berta Stockinger, Heinrich Schuster und Reserl Stockinger.
Schließlich lobte auch Willi Steger die großen Leistungen von Josephine Nußhart und stellte den Antrag, die bisherige Vorsitzende zur Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Mit Freude stimmten die Anwesenden diesen Antrag zu. Die Urkunde mit der entsprechenden Würdigung wird alsbald überreicht.

PNP-Bericht vom 12.09.2021 - Autor Fritz Denk

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